Die Studie mit dem Titel „Arbeitssituation und Belastungserleben von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_innen in Deutschland“ wurde im Mai 2026 in der Fachzeitschrift „Kindheit und Entwicklung“ veröffentlicht.
In dem Artikel werden anhand der Ergebnisse der ersten BiPsy-Psychotherapeut:innenbefragung aus dem Jahr 2024 Fragen zum Arbeitsumfang (Patient:innenzahlen, angebotene Leistungen), zur Arbeitssituation (Arbeitszeit, Arbeitstätigkeiten, interdisziplinäre Kooperation) sowie Arbeitsbelastung der Therapeut:innen beantwortet. Zudem werden diese Aspekte zwischen Psychotherapeut:innen mit einer vollen und halben Kassenzulassung verglichen.
Die Daten zeigen, dass Behandler:innen mit vollem Kassensitz etwa 42 Patient:innen mit 32,5 wöchentlichen Behandlungsstunden und einer 41-Stunden-Woche behandeln. Bei halbem Kassensitz werden etwa drei Viertel dieses Umfangs erreicht. Bundesweit gemittelt werden die Kassensitze zu 115 % ausgefüllt. Rund 70 % der Arbeitszeit entfallen auf Behandlung einschließlich deren Vor- und Nachbereitung, 30 % auf Verwaltung, Terminorganisation und interdisziplinären Austausch. Knapp ein Viertel der Befragten berichtet über eine deutliche bis sehr starke berufliche Belastung, insbesondere durch Verwaltungsaufwand und hohes Anfrageaufkommen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die begrenzten vertragspsychotherapeutische Kapazitäten. Demnach stehen schätzungsweise nur für 6–7 % der betroffenen Kinder und Jugendliche krankenkassenfinanzierte psychotherapeutische Behandlungsplätze bereit.
Eine Anpassung des Umfangs von Kassensitzen, der Abbau administrativer Anforderungen sowie der Ausbau ambulanter Versorgungskapazitäten durch eine datengestützte Reform der Bedarfsplanung erscheinen daher notwendig, um Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine adäquate psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.
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