Aus dem Projektteil Versorgungsmonitor Psychotherapie ist ab sofort ein neues Fact Sheet mit qualitativen Ergebnissen der dritten Erhebungswelle aus dem April 2026 auf unserer Website verfügbar. Darin werden die offenen Rückmeldungen von bundesweit befragten Psychotherapeut:innen zur Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen ausgewertet. Die Ergebnisse geben Einblicke in wahrgenommene Herausforderungen der psychotherapeutischen Versorgung, darunter die Belastung der Therapeut:innen, strukturelle Probleme im Versorgungssystem sowie Schwierigkeiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Kliniken, Psychiater:innen, Kinderärzt:innen, Jugendämtern und Schulen. Das Fact Sheet finden Sie hier.
Autor: Julian Schmitz
Symposium zu psychischer Gesundheit und psychosozialer Versorgung auf dem 5. Deutschen Psychotherapie Kongress
Auf dem 5. Deutschen Psychotherapie Kongress, welcher vom 8. bis 12. Juni 2026 in Berlin stattfand, präsentierte das BiPsy-Team gemeinsam mit Vertreterinnen der längsschnittlichen COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, des Deutschen Schulbarometer Schüler:innen der Robert Bosch Stiftung und einer Befragung von angehenden und ausgebildeten Psychotherapeut:innen der Universität Halle im Symposium „Aktuelle Lage der psychischen Gesundheit und psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen“ folgende Beiträge:
- Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Zeiten globaler Krisen: Ergebnisse der COPSY-Längsschnittstudie von 2020 bis 2025 (COPSY-Studie; Dr. Anne Kaman)
- Post-pandemische Prävalenz von psychischen Auffälligkeiten und Hilfesuchverhalten von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Deutsches Schulbarometer–Befragung Schüler:innen; Hannah Elisabeth Köhler)
- Psychosoziale Versorgungsstrukturen für Kinder und Jugendliche an Schulen in Deutschland–Ergebnisse aus dem Projekt Monitor Bildung und Psychische Gesundheit (BiPsy Monitor; Nina Tucholski)
- Ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Deutschland: Versorgungslage, Arbeitssituation und Belastung von Psychotherapeut:innen (BiPsy Monitor; Kristin Rodney-Wolf)
- Wer arbeitet mit Kindern und Jugendlichen? Eine bundesweite Mixed-Methods-Studie unter angehenden und approbierten Psychotherapeut:innen (Prof. Dr. Betteke van Noort)
Im Symposium vereinte dabei Ergebnisse aus mehrjähriger epidemiologischer und Versorgungsforschung sowie Perspektiven von betroffenen Kindern, Jugendlichen und ihren Familien, Schulleitungen sowie Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen. Dies war besonders wertvoll, um ein umfassendes Bild von Versorgungsbedarfen und -kapazitäten zu zeichnen sowie Ansatzpunkte zur Verbesserung von Prävention und Behandlung psychischer Belastungen im Kindes- und Jugendalter abzuleiten.
Für Teilnehmende des Kongresses wird eine Aufzeichnung des Symposiums in der Kongress-Mediathek bereitgestellt.

Einblick in die dritte Erhebungswelle des BiPsy-Versorgungsmonitors Psychotherapie
Aus dem Projektteil Versorgungsmonitor Psychotherapie sind seit heute erste Ergebnisse zur dritten Erhebungswelle aus dem April 2026 auf unserer Website zu finden. Wir präsentieren Erkenntnisse aus einer bundesweiten Psychotherapeut:innenbefragung zu Anfragen, Wartezeiten, Belastungs- und Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie zur intra- und interdisziplinären Kooperation. Darüber hinaus werden erste Trends in Anfragen, Wartezeiten und der eingeschätzten Relevanz von ausgewählten Belastungsfaktoren im Vergleich der Befragungen aus den Jahren 2024, 2025 und 2026 vorgestellt. Die Ergebnisse finden Sie hier.
Veröffentlichung zu Arbeitssituation und Arbeitsbelastung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen
Die Studie mit dem Titel „Arbeitssituation und Belastungserleben von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_innen in Deutschland“ wurde im Mai 2026 in der Fachzeitschrift „Kindheit und Entwicklung“ veröffentlicht.
In dem Artikel werden anhand der Ergebnisse der ersten BiPsy-Psychotherapeut:innenbefragung aus dem Jahr 2024 Fragen zum Arbeitsumfang (Patient:innenzahlen, angebotene Leistungen), zur Arbeitssituation (Arbeitszeit, Arbeitstätigkeiten, interdisziplinäre Kooperation) sowie Arbeitsbelastung der Therapeut:innen beantwortet. Zudem werden diese Aspekte zwischen Psychotherapeut:innen mit einer vollen und halben Kassenzulassung verglichen.
Die Daten zeigen, dass Behandler:innen mit vollem Kassensitz etwa 42 Patient:innen mit 32,5 wöchentlichen Behandlungsstunden und einer 41-Stunden-Woche behandeln. Bei halbem Kassensitz werden etwa drei Viertel dieses Umfangs erreicht. Bundesweit gemittelt werden die Kassensitze zu 115 % ausgefüllt. Rund 70 % der Arbeitszeit entfallen auf Behandlung einschließlich deren Vor- und Nachbereitung, 30 % auf Verwaltung, Terminorganisation und interdisziplinären Austausch. Knapp ein Viertel der Befragten berichtet über eine deutliche bis sehr starke berufliche Belastung, insbesondere durch Verwaltungsaufwand und hohes Anfrageaufkommen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die begrenzten vertragspsychotherapeutische Kapazitäten. Demnach stehen schätzungsweise nur für 6–7 % der betroffenen Kinder und Jugendliche krankenkassenfinanzierte psychotherapeutische Behandlungsplätze bereit.
Eine Anpassung des Umfangs von Kassensitzen, der Abbau administrativer Anforderungen sowie der Ausbau ambulanter Versorgungskapazitäten durch eine datengestützte Reform der Bedarfsplanung erscheinen daher notwendig, um Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine adäquate psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.
Den vollständigen Artikel finden Sie hier.
BiPsy auf dem DGKJP-Kongress in Würzburg
Im Rahmen eines Symposium mit Prof. Dr. Betteke van Noort (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) als Chair mit dem Titel „Aktuelle Lage und Zukunftsperspektiven der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ stellen Kristin Rodney-Wolf und Nina Tucholski Ergebnisse aus zwei BiPsy-Teilprojekten vor.
Kristin Rodney-Wolf eröffnete das Symposium mit aktuellen Daten aus dem „Versorgungsmonitor Psychotherapie“ und gab spannende Einblicke in Wartezeiten, Anfragen und Belastungen von Psychotherapeut:innen. Die vorgestellten Daten können in einem aktuellen Factsheet sowie in einer Veröffentlichung eingesehen werden. In den nächsten Wochen ist eine weitere Veröffentlichung mit aktuellen Erkenntnissen geplant.

Prof. Dr. Betteke van Noort und Dr. Nora Vetter widmeten sich in ihren Vorträgen quantitativ und qualitativ den Beweggründen von angehenden und approbierten Psychotherapeut:innen, sich für oder gegen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu entscheiden.
Nina Tucholski schloss das Symposium mit einem Exkurs in den Bereich der Schule und stellte Ergebnisse aus dem „Versorgungsmonitor Schule“ vor, welche die fehlende Bedarfsabdeckung psychosozialer Unterstützungsangebote beleuchteten.
