Einblick in die dritte Erhebungswelle des BiPsy-Versorgungsmonitors Psychotherapie

Aus dem Projektteil Versorgungsmonitor Psychotherapie sind seit heute erste Ergebnisse zur dritten Erhebungswelle aus dem April 2026 auf unserer Website zu finden. Wir präsentieren Erkenntnisse aus einer bundesweiten Psychotherapeut:innenbefragung zu Anfragen, Wartezeiten, Belastungs- und Schutzfaktoren für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie zur intra- und interdisziplinären Kooperation. Darüber hinaus werden erste Trends in Anfragen, Wartezeiten und der eingeschätzten Relevanz von ausgewählten Belastungsfaktoren im Vergleich der Befragungen aus den Jahren 2024, 2025 und 2026 vorgestellt. Die Ergebnisse finden Sie hier.

Veröffentlichung zu Arbeits­situation und Arbeits­belastung von Kinder- und Jugendlichen­psychothera­peut:innen

Die Studie mit dem Titel „Arbeitssituation und Belastungserleben von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_innen in Deutschland“ wurde im Mai 2026 in der Fachzeitschrift „Kindheit und Entwicklung“ veröffentlicht.

In dem Artikel werden anhand der Ergebnisse der ersten BiPsy-Psychotherapeut:innenbefragung aus dem Jahr 2024 Fragen zum Arbeitsumfang (Patient:innenzahlen, angebotene Leistungen), zur Arbeitssituation (Arbeitszeit,  Arbeitstätigkeiten, interdisziplinäre Kooperation) sowie Arbeitsbelastung der Therapeut:innen beantwortet. Zudem werden diese Aspekte zwischen Psychotherapeut:innen mit einer vollen und halben Kassenzulassung verglichen.

Die Daten zeigen, dass Behandler:innen mit vollem Kassensitz etwa 42 Patient:innen mit 32,5 wöchentlichen Behandlungsstunden und einer 41-Stunden-Woche behandeln. Bei halbem Kassensitz werden etwa drei Viertel dieses Umfangs erreicht. Bundesweit gemittelt werden die Kassensitze zu 115 % ausgefüllt. Rund 70 % der Arbeitszeit entfallen auf Behandlung einschließlich deren Vor- und Nachbereitung, 30 % auf Verwaltung, Terminorganisation und interdisziplinären Austausch. Knapp ein Viertel der Befragten berichtet über eine deutliche bis sehr starke berufliche Belastung, insbesondere durch Verwaltungsaufwand und hohes Anfrageaufkommen. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem die begrenzten vertragspsychotherapeutische Kapazitäten. Demnach stehen schätzungsweise nur für 6–7 % der betroffenen Kinder und Jugendliche krankenkassenfinanzierte psychotherapeutische Behandlungsplätze bereit.

Eine Anpassung des Umfangs von Kassensitzen, der Abbau administrativer Anforderungen sowie der Ausbau ambulanter Versorgungskapazitäten durch eine datengestützte Reform der Bedarfsplanung erscheinen daher notwendig, um Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine adäquate psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

BiPsy auf dem DGKJP-Kongress in Würzburg

Im Rahmen eines Symposium mit Prof. Dr. Betteke van Noort (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) als Chair mit dem Titel „Aktuelle Lage und Zukunftsperspektiven der ambulanten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ stellen Kristin Rodney-Wolf und Nina Tucholski Ergebnisse aus zwei BiPsy-Teilprojekten vor. 

Kristin Rodney-Wolf eröffnete das Symposium mit aktuellen Daten aus dem „Versorgungsmonitor Psychotherapie“ und gab spannende Einblicke in Wartezeiten, Anfragen und Belastungen von Psychotherapeut:innen. Die vorgestellten Daten können in einem aktuellen Factsheet sowie in einer Veröffentlichung eingesehen werden. In den nächsten Wochen ist eine weitere Veröffentlichung mit aktuellen Erkenntnissen geplant.

Prof. Dr. Betteke van Noort und Dr. Nora Vetter widmeten sich in ihren Vorträgen quantitativ und qualitativ den Beweggründen von angehenden und approbierten Psychotherapeut:innen, sich für oder gegen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu entscheiden.

Nina Tucholski schloss das Symposium mit einem Exkurs in den Bereich der Schule und stellte Ergebnisse aus dem „Versorgungsmonitor Schule“ vor, welche die fehlende Bedarfsabdeckung psychosozialer Unterstützungsangebote beleuchteten.

Neues Factsheet & Artikel auf dem Deutschen Schulportal: Einfluss von Schulgesundheits­fachkräften

Im Rahmen des Artikels wurden auch die von uns erhobenen Daten aus dem Kooperationsprojekt zwischen BiPsy und der Arbeitsgruppe von Prof. Catharina Maulbecker-Armstrong miteinbezogen.

Diese Daten sind nun im Rahmen eines Factsheets einsehbar. Die positiven Einschätzungen der Schulleitungen – über Schulformen und Bundesländer hinweg – deuten konsistent darauf hin, dass SGFK einen bedeutsamen Beitrag zur gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung von Schüler:innen leisten und eine sinnvolle Ergänzung des schulischen Unterstützungssystems darstellen können.

BiPsy bei der Didacta 2026: Wie wir das Wohlbefinden von Schüler:innen fördern können

Die didacta ist die wichtigste Fachmesse für Bildung und Weiterbildung und vernetzt Fachleute aus Praxis, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Im Vordergrund der Präsentation stand daher der Transfer zentraler Befunde in die schulische Praxis. Die wichtigste Take-Home-Message war, dass Lehrkräfte schulisches Wohlbefinden stärken können, indem sie emotionale Unterstützung bieten und Unterricht klar strukturieren. Schüler:innen sollen zum Denken angeregt werden, brauchen dabei aber klare Orientierung, Unterstützung und ein Anforderungsniveau, das weder unter- noch überfordert.

Ein Schulleiter aus Bielefeld meldete im Anschluss zurück, dass er die Erkenntnisse für seine Schüler:innenschaft zu 100 Prozent bestätigen könne und diese gern im Rahmen einer Gesamtkonferenz weitergeben möchte.

Wir freuen uns sehr, dass die Ergebnisse aus dem BiPsy-Projekt unmittelbar für die Praxis und intensivierten Austausch über Gesundheitsförderung im Kollegium genutzt werden.